Geschichte und Bedeutung des Bauwerk

Das Gebäude unterscheidet sich maßgeblich von den sonstigen raffinierten Formauflösungen bizarrer Rokokobauten, in deren Blütezeit das Baudenkmal 1752755 errichtet wurde und in seiner schlichten Bauweise geradezu kontrapunktiv zum damaliegen Zeitgeist steht, sich geradezu als Exot wohltuend abhebt.

Relevant als sozialgeschichtlich einzigartiges Zeugnisder fortschrittlich-humanen pietistischen Geisteshaltung der ländlichen Familie der Grafen von Schwerin darf dieses Denkmal als frühester Bau der Zeit der Aufklärung gelten. Die räumliche Gliederung in Kirchen-, Spital- und Schultrakt materialisiert die Ideen der deutschen Aufklärung

          *Gottesverehrung / *Armen- und Bedürfnispflege / *Bildung und Jugenderziehung.

Die bauliche Gestaltung des zweigeschosshohen Kirchenteils mit integriertem Westturm hebt sich vornehm vom angrenzenden zweigeschossigen Spital- und Schultraktab. Im Spitaltrakt befanden sich 17 Kammern in denen alte und pflegebedürftige Untertanen der Schwerinschen untergebracht und versorgt wurden. Während es im gesamten deutschsprachigen Raum mehrere barocke Kirchbauten mit integriertem Spitalteil "unter einem Dach" gibt, ist die Dreierkombination KIRCHE-SPITAL-SCHULE einmalig.

Für die Erbauer des Baudenkmals, Generalfeldmarschall Graf Curd Christoph sowie dessen Schwester, Juliane von Schwerin bedeutete dies der Abschluss ihres, der humanistischen Nächstenliebe verpflichteten Lebenswerkes - Juliane starb mit Bauvollendung 1755, Curd Christoph fiel 1757 in der Schlacht bei Prag als Generalfeldmarschall in preußischem Dienst.

Im Jahre 1900 schenkte der letzte der Schwerinschen, Graf Viktor, der Schulgemeinde Sarnow den Schul- und Spitalteil. Seit dieser Zeit hat das Baudenkmal also 2 Eigentümer.

Im ersten Viertel des 20.JH. wurde in diesem Trakt die Zimmerdecke angehoben, eine Lehrerwohnung und ein Klassenzimmer eingerichtet. Dadurch verschwanden die Kammern - bis auf eine.

In den 60-er Jahren wurde aus der Lehrerwohnung und dem Klassenzimmer eine Schulküche und ein Speiseraum für die Schüler der neuerbauten 2 Schulgebäude.

Nach Schließung der Schule im Jahre 2008 sind diese Räumlichkeiten ungenutzt.

Unser Förderverein stellt den Antrag an die Gemeinde zur Übergabe des ehemaligen Speiseraums. Hier werden wir ein kleines Dorfmuseum einrichten. Hier werden wir <Schule früher>, <die Geschichte der Schwerinschen> und <die Sanierung und Restaurierung des Baudenkmals> dokumentieren.                                     

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